Ein billiger Taschenspielertrick

Bild des Benutzers Martin Müller

Es ist ein dürres Communiqué, das der Finanzvorstand da letzte Woche verbreitete. Dies soll wohl über die Sprengkraft hinwegtäuschen, die der Rechnungsabschluss der Stadt Dietikon einmal mehr hat.

Auf den ersten Blick erscheint der Abschluss zwar positiv: Anstatt fast 7 Mio. Franken Defizit schliesst man mit einer roten Null. Das ist aber nur für einfache Gemüter Grund genug, gleich in Jubelgeschrei auszubrechen.

Ein Kassenwart, der beim Budgetieren behauptet, ohne 7 Mio. Defizit ginge es nicht, die Zitrone sei jetzt ausgepresst, dann aber ein Jahr später mit einer wie auch immer farbenen Null abschliesst, liegt eben um 7 Mio. daneben. Der gute Rolf Schären hat, man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen, seine Kasse nicht im Griff. Dies insbesondere, weil sich die Geschichte nun eben bereits zum x-ten Male wiederholt.

Mit diesem billigen Taschenspielertrick hält man den Steuerfuss hoch. Man gaukelt nun schon zum zweiten Mal vor, man müsse Steuerfussausgleich beantragen, weil es ohne nicht gehe, und das erfordere nun halt mal den Höchststeuerfuss, um dann beim Abschluss festzustellen, dass man aufgrund des "erfreulichen" Abschlusses ebendiesen Steuerfussausgleich nicht erhalten hat.

Mit demselben Trick bedient man sich auch grosszügig aus dem Steuerkraftausgleich. Die Investitionen ins Verwaltungsvermögen (z.B. das Altersheim) sind denn auch samt und sonders von anderen Gemeinden finanziert. Würde man einen Sozialhilfebezüger erwischen, wie er mit derartigen Mitteln seine Transferbezüge optimiert, man würde ihn zu Recht der Sozialschmarotzerei bezichtigen.

Das ist der Grund, weshalb wir in unserem Parteiprogramm mehr finanzielle Ehrlichkeit verlangen.

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